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¡Feliz Navidad!
Wie die Spanier Weihnachten feiern
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In Spanien ist vieles anders, auch Weihnachten. Schon in der Vorweihnachtszeit (Adventszeit) geht es hier um einiges ruhiger zu. Nikolaus, Adventkranz, Adventskalender, Weihnachtsbaum - all diese Dinge spielen keine große Rolle. Zwar bekommen die anglo-amerikanischen Weihnachtsbräuche in den großen Städten mittlerweile immer größeren Einfluss, aber meist wird doch noch ganz traditionell gefeiert. Und feiern können die Spanier! Das wissen wir ja.

Ein ganz wesentlicher Unterschied zu unserem Weihnachtsfest ist der, dass die Geschenke die Heiligen drei Könige bringen und somit der 6. Januar der Höhepunkt der Weihnachtszeit ist, und nicht wie in unseren Breiten der 24./25. Dezember. Die Zeit bis zum 6. Januar wird natürlich mit zahlreichen Feiern und gutem Essen im Familienkreis und der Dorf-/Kirchen-Gemeinschaft verbracht.

"El Gordo" - der Beginn der Weihnachtszeit
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Eine Adventszeit wie bei uns, gibt es in Spanien nicht. Die Weihnachtszeit beginnt am Morgen des 22. Dezembers, wenn die Gewinnzahlen der großen Weihnachtslotterie "El Gordo" (der Dicke) gezogen werden, die wiederum von Schulkindern in einem monotonen Singsang vorgesungen werden. Das ganze Spektakel wird im Radio und Fernsehen übertragen. Es gibt kaum einen Spanier, der sich kein Los gekauft hat und nicht gebannt vor dem Radio/Fernsehen sitzt, um die Gewinnzahlen zu erfahren. El Gordo hat in Spanien eine lange Tradition die bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts reicht. Man kann sich dem Rummel nur schwer entziehen.

In diesen Tagen schreiben auch die spanischen Kinder die letzten Wunschzettel - allerdings nicht an den Weihnachtsmann, sondern an die Reyes Magos, die Heiligen Drei Könige, die ja am 6. Januar die Geschenke bringen.

"Nochebuena" - die heilige Nacht
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Der erste kleine Höhepunkt der 12-tägigen Weihnachtszeit ist die "Nochebuena" (der Heiligabend), die mit einem opulenten Mahl im Kreise der Familie gefeiert wird. An diesem Abend geht es richtig feierlich in den spanischen Häusern zu. Das Haus wird festlich geschmückt, das beste Porzellan wird aufgedeckt und alle machen sich fein für die Nochebuena, in der Jesus geboren wurde.

Zum Festessen wird traditionellerweise gefüllter Truthahn serviert oder aber auch deftige Fleischeintöpfe und frische Meeresfrüchte. Als Nachtisch werden in der Regel Turrones (Nussbonbons) gereicht.

Entgegen der eigentlichen Tradition erhalten mittlerweile auch die meisten spanischen Kinder ihre Geschenke am Heiligen Abend. Bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts war das noch anders. Die Gaben wurden von den "Reyes Mages" (Heiligen Drei Königen), in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar gebracht. Dieser Brauch besteht auch weiterhin, aber die Hauptbescherung ist, in Angleichung an die Gepflogenheiten in den meisten anderen Ländern Westeuropas, nun am Heiligen Abend.

"El Belvén" - Die Krippe
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Im Mittelpunkt des spanischen Weihnachtsfests steht die eigene, manchmal sogar selbst gebastelte Krippe (Belvén). Am Heiligen Abend versammelt sich die gesamte Familie um sie herum und singt traditionelle spanische Weihnachtslieder. Um Mitternacht schließlich pilgern alle in die Kirche zur "Misa del Gallo" (Mitternachtsmesse). Danach trifft man sich im Dorf auf der "Plaza Major" (dem Hauptplatz/Marktplatz) und singt gemeinsam Weihnachtslieder und tanzt bis in den frühen Morgen hinein auf den Plätzen. Dabei wird ein großes Feuer angezündet. Einen Weihnachtsbaum kennt man übrigens in Spanien nicht, zumindest in den ländlichen Regionen. In den Städten greifen hingegen immer mehr die anglo-amerikanischen Bräuche.

April, April - "el Día de los Inocentes"
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Was bei uns der 1. April, ist in Spanien der 28. Dezember, der "Día de los Inocentes" (Tag der unschuldigen Kinder). An diesem Tag sollte man besser auf der Hut sein, denn wer nicht aufpasst, der wird von seinen Mitmenschen gehörig zum Narren gehalten und veräppelt. Dieser Tag war ursprünglich zum Gedenken an den von Herodes angeordneten Kindermord um die Geburt Jesu gewidmet.

La Fiesta de la Coretta
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Natürlich feiern die Spanier auch den Jahreswechsel, anders als bei uns bereits vom 30. Dezember bis 01 Januar. Und natürlich ist dies ein riesiges Fest! Das Fest zur Jahreswende nennt sich "La Fiesta de la Coretta". Traditionell wird bei diesem Fest eine Kiefer gefällt, ins Dorf getragen und anschließend gesegnet. Die lange Silvesternacht beginnt mit einem reichhaltigen Abendessen im Familienkreis, das meist aus einem Vier-Gänge-Menü besteht.

Kurz vor dem Jahreswechsel sieht dann die ganze Nation nach Madrid, genauer genommen auf der Puerta del Sol*, auf der die Uhr steht, die offiziell das neue Jahr einläutet. Es gibt kaum einen Spanier, der nicht gespannt die Glockenschläge abwartet, die das neue Jahr einläuten. Denn nach alter Tradition soll es Glück bringen, mit jedem der letzten zwölf Glockenschläge des alten Jahres eine Traube zu essen.


*der Mittelpunkt der Stadt und ganz Spaniens: hier befindet sich der "Kilómetro Cero", der traditionelle Ausgangspunkt der sechs radialen Nationalstraßen.

El Día de los Reyes
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Den Abschluss der Weihnachtszeit bildet der allerwichtigste und aufregendste Tag, besonder für die spanischen Kinder, der "Día de los Reyes" (der Dreikönigstag) am 6. Januar. Nach ihrer weiten Reise aus dem Morgenland halten die Majestäten Kaspar, Melchior und Balthasar bereits am 5. Januar Einzug in die spanischen Dörfer und Stadtteile. Ein Fest, das mit einem großen Umzug und zahlreichen biblischen Aufführungen gefeiert wird. Für die kleinen gibt es Süßigkeiten aus den Händen der Könige.

Bereits am Abend des 5. Januars stellen die Kinder vor dem Schlafengehen ihre blankgeputzten Stiefel oder Schuhe vor die Zimmertür. Zusätzlich werden Stroh und Wasser für die Kamele und Turrones zur Stärkung der Weisen nach der langen Reise bereitgestellt. Am Morgen des 6. Januar schließlich gibt es Geschenke. Brave Kinder werden beschenkt, böse Kinder hingegen bekommen Kohle (gefärbter Zucker).

Die Familie versammelt sich zum Fest der Heiligen Drei Könige ein letztes Mal zu einem großen Festessen. Tradition dabei hat vor allem der Nachtisch zu dem "Roscón de Reyes" serviert wird, ein Germteigkranz mit kandierten Früchten. In diesem Germteigkranz wurde eine kleine Überraschung in Form eines der Könige eingebacken, der wiederum vom Glückspilz der Familie gefunden wird.

Aktualisiert: 20.01.2006


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