Hier eine
kleine, amüsante Beschreibung
zum spanischen "Kulturgut" Bar
aus dem Buch "Kulturschock
Spanien" (Seite 10-11):
Kulturschock Kneipe. Selbst
Stammtischerprobten Mitteleuropäern wird ein
simpler Barbesuch als verblüffendes Erlebnis
zu Kopfe steigen. Was nicht am Sonnengereiften
Rebensaft, sondern am Umfeld hängt.
Der Fernseher
dröhnt auf
Altenheimlautstärke, in drangvoller Enge schreit
man gegen TV-Lärm und Umstehende an, von der
Decke baumeln Schinken und fetten in umgestülpte
Auffangschirmchen am Keulenende aus - im Zigarettenqualm
und über den Ausdünstungen aller.
Wer beim
Anblick der schweinischen Tierkörperteile an fehlende Hygiene oder gar
an Gewerbeaufsicht denkt, hat den Blick noch nicht
auf den Boden geworfen. Auf einem Belag aus Zahnstochern,
Sägemehl, Servietten, Olivenkernen, Kippen,
versprengten Garnelenschalen und Käserinden.
Was umgehend heißen muss: Bestellen statt
Flüchten!
Attacke
auf Sardellen und Wein und Omelette und Paprikawurst!
Hier bin ich und hier bleibe ich und ordere die
Tapas vom Tresen, die in verführerischer
Auswahl aufgereiht stehen.
Je schmutziger
der Boden, desto besser die Bar, denn dutzende
Einheimische waren vor einem dort und haben -
siehe nach unten - ihre Spuren hinterlassen.
Ohne einen Gedanken an grüne
oder gelbe oder blaue Tonnen zu verschwenden. Einfach
munter runter, Spanienfeeling in der Kommunikations-
und Konsumhochburg Bar. Schmutzgetrübt, aber
unverbraucht.
Ob in
den Dörfern des granadischen
Alujarras-Gebirges oder mitten in der Hauptstadt
Madrid. Porentief reine Bars gibt es natürlich
auch. Aber da geht keiner hin. |